Was ist konfessionell-kooperativer Religionsunterricht?

  • Rechtlich ist konfessionell-kooperativer Religionsunterricht eine Organisationsform des konfessionellen Religionsunterrichts im Sinne des Grundgesetzes (Art. 7.3). Konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht einer Schule setzt eine Vereinbarung zwischen der örtlich zuständigen evangelischen Landeskirche und dem örtlich zuständigen (Erz-) Bistum voraus.

  • Inhaltlich orientiert sich konfessionell-kooperativer Religionsunterricht an. dem Grundsatz "Gemeinsamkeiten stärken- Unterschieden gerecht werden". Dazu sind die weiterhin geltenden evangelischen und katholischen Lehrpläne aufeinander zu beziehen und in entsprechende Unterrichtsplanungen zu übersetzen. Hierzu wird es kirchliche Unterstützungsangebote geben.

  • Organisatorisch ist konfessionell-kooperativer Religionsunterricht Unterricht für evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler, an dem auf Antrag auch Schülerinnen und Schüler anderer Religionen und Glaubensrichtungen teilnehmen können. Er ist mit einem verpflichtenden Fachlehrerwechsel verbunden, der gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler beide konfessionellen Perspektiven im Laufe des Unterrichts authentisch kennenlernen und sich damit auseinandersetzen können.

Warum konfessionell-kooperativer Religionsunterricht?

  • Weil die Zahl der christlichen Schüler und Schülerinnen auch in NRW rückläufig ist.

  • Weil aus schulorganisatorischen Gründen der evangelische oder katholische Religionsunterricht vielfach unter Nichtbeachtung der gesetzlichen Regelungen im Klassenverband erteilt wird.

  • Weil die Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern mit konfessioneller Kooperation im Religionsunterricht in anderen Bundesländern durchweg positiv sind.

  • Weil konfessionell-kooperativer Religionsunterricht die authentische Begegnung mit der an­ deren Konfession nachhaltig ermöglicht und so hilft, sich der eigenen Konfession im Dialog bewusster zu werden. Das gilt für die Schülerinnen und Schüler ebenso wie für die Lehrerinnen und Lehrer.

Wie wird der Antrag gestellt?

  • Die Fachkonferenzen Ev. und Kath. Religionslehre beraten und beschließen gemeinsam und einvernehmlich über die Antragstellung.

  • Die Schulen, in denen der konfessionell-kooperative Religionsunterricht eingeführt werden soll, stellen ab Frühjahr 2018 einen Antrag über die Schulleitung an die Schulaufsicht.

Wie läuft der Entscheidungsprozess?

  • Die Schulaufsicht teilt den kirchlichen Stellen ihre beabsichtigte Entscheidung mit, worauf die Kirchen das Einvernehmen herstellen. Die Entscheidung über den Antrag wird den Schulen von der Schulaufsicht mitgeteilt.

Was ist dem Antrag beizufügen?

  • Dem Antrag sind Nachweise der Beschlussfassung der Fachkonferenzen Ev. und Kath. Religionslehre, der Information der Schulkonferenz, einer erfolgten Elterninformation und ein Konzept für die fachdidaktische und fachmethodische Ausgestaltung des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts an der Schule beizufügen.

Welche Voraussetzungen müssen an den Schulen erfüllt sein?

  • Der Religionsunterricht kann an einer Schule konfessionell-kooperativ ermöglicht werden, an der Religionsunterricht beider Konfessionen -erteilt von entsprechenden Religionslehrerinnen und Religionslehrern mit kirchlicher Bevollmächtigung- stattfindet.

  • Vor dem Hintergrund der gültigen Lehrpläne werden für die Beantragung Standardzeiträume vorgegeben, d. h. die Schulen beantragen für die Klassen 1+2, 3+4, 5+6, 7+8, 9+10. Am Gymnasium sind die Standardzeiträume 5+6, 7-9. (G8) bzw. 5+6, 7+8, 9+1o (G9). Für das Berufskolleg wird bezogen auf die Bildungsgänge beantragt. Die jeweiligen Folgejahrgänge können nach dem gleichen Modell der Kooperation unterrichtet werden.

Was hat es mit dem fachdidaktischen und fachmethodischen Konzept auf sich?

  • Da es sich um zwei eigenständige Fächer handelt, die im Rahmen eines bestimmten Zeit­raumes kooperieren, sind zur Genehmigung (s. o.) ein fachdidaktisches und fachmethodisches Konzept durch die beantragende Schule auf der Basis der jeweils gültigen Lehrpläne vorzulegen und zu prüfen.

  • Dabei muss sichergestellt sein, dass die konfessionsverbindenden und die konfessionsspezifischen Themen angemessen abgebildet und behandelt werden.

  • Die Begegnung mit der anderen Konfession soll angemessen berücksichtigt werden; dies beinhaltet die Thematisierung der konfessionellen Ausprägungen des christlichen Glaubens durch die jeweiligen Fachlehrerinnen und Fachlehrer; deshalb sollte auch ein Wechsel der Fachlehrkräfte in den Blick genommen werden.

Wie wird der Fachlehrerwechsel gestaltet?

  • Mit dem Konzept für die Gestaltung des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts an der jeweiligen Schule ist auch ein verbindlicher Fachlehrerwechsel verbunden. Der Fachlehrerwechsel ist Teil des fachdidaktischen und fachmethodischen Konzepts der Schule und macht deutlich, wo konfessionelle Schwerpunkte gesetzt werden, damit die Schülerinnen und Schüler im Laufe des bestimmten Zeitraums jeweils beide Konfessionen authentisch kennenlernen und reflektieren können.

Was hat es mit den verpflichtenden Fortbildungen auf sich?

  • Damit die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer konfessionsbewusst und konfessionssensibel unterrichten können, ist die Teilnahme an einer entsprechenden Fortbildung obligatorisch und sollte möglichst zum Antragszeitpunkt vorliegen bzw. zeitnah in den Blick genommen werden. Diese Fortbildung wird von den Kirchen durchgeführt; die Termine werden rechtzeitig veröffentlicht. In diesen Fortbildungen werden v. a. Fragen zum Wechsel der Fachlehrkräfte und zu den fachdidaktischen/fachmethodischen Konzepten geklärt.

Wer sind meine Ansprechpartner für weitere Fragen?

  • Liste mit Namen der Ansprechpartner in den (Erz-) Bistümern und Landeskirchen!